Blindenführhund - Ausbildung?

News aus aller Welt

Blindenführhund - Ausbildung?

Beitragvon Strauchdieb am Sa 12. Feb 2011, 12:54

Kennt sich da zufällig jemand aus?

Mein Bruder und seine Freundin tagen sich mit dem Gedanken, sich einen Hund zu holen. Natürlich wollte ich ihnen sofort den Beef aufschwätzen. Aber er meinte dann, er habe ja eigentlich schon Schwierigkeiten genug, sich allein in der Stadt zurecht zu finden. Ein Hund würde das nur komplizierter machen.

Darauf habe ich ihm nahegelegt, sich doch nach einem Blindenführhund umzusehen. Rechtlich steht ihm einer zu.
Worauf er sagte, für jeden fertig ausgebildeten Führhund seien zwei in der Ausbildung gestorben. Diese Info ist über zwanzig Jahre alt und stammt ursprünglich von einem Züchter, der seine weißen Schäferhunde nicht als Blindenführhunde abgegeben wollte.

So, und jetzt fragen wir uns - was ist da dran? Ist die Ausbildung wirklich so hart, daß sie einem gesunden, liebevoll aufgezogenen und super sozialisierten und vorbereiteten Hund eigentlich nicht zumutbar ist? Oder anders gefragt: Wird da (heute immer noch) mit körperlicher Gewalt gearbeitet?

Ich bräuchte wirkliche, fundierte Infos, ob diese Hunde in der Ausbildung körperlich und/oder seelisch mißhandelt werden. Denn diese Annahme war bisher der Grund dafür, warum mein Bruder keinen Führhund will...
Benutzeravatar
Strauchdieb
 
Beiträge: 310
Registriert: Mi 17. Nov 2010, 19:04
Wohnort: Jestetten (D)

Re: Blindenführhund - Ausbildung?

Beitragvon chili3 am Sa 12. Feb 2011, 14:40

Dass ich mich da auskenne wäre etwas zuviel gesagt, aber in der Ausbildung die ich zwischen 2008-2010 gemacht habe, wurden uns Filme gezeigt über die Blindenführhundeausbildung. Hier nur ein Beispiel: Damit ein BlindenführHund anhält vor einem Eisenbahntrasse und niemals runterspringt, wird ein stück Wurst runtergeworfen. Will er dies holen und runterspringen (er hat ein Geschirr an und ist an der Leine) hält man ihn hängend über die Bahnschienen bis er sich vor Angst bepinkelt... ich musste bei dem Filmn mehr als einmal die Tränen runterschlucken und weitere Szenen erspare ich euch. Der Film war nicht alt.

Es gibt sicher Institutionen die auf andere,Tierschutzgerechte Art und Weise ausbilden. Ich hör mich mal um wenn du möchtest. Ich finde, Hut ab vor deinem Bruder, weil er sich so viele Gedanken macht und er kann sich auf sein Gefühl verlassen!

Liebe Grüse Corinne
LIEBE GRÜSSE CORINNE
Bild

"Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast." - Der kleine Prinz, Kapitel XXI von Antoine Marie Roger Vicomte de Saint-Exupéry
Benutzeravatar
chili3
 
Beiträge: 1836
Registriert: Mi 30. Jul 2008, 21:16
Wohnort: Inkwil (BE)

Re: Blindenführhund - Ausbildung?

Beitragvon Nikita am Sa 12. Feb 2011, 21:51

Mein Mann hat 3 Jahre in der Blindenhundeschule Allschwil gearbeitet, und solche schrecklichen Dinge finden da nicht statt, er schüttelt nur den Kopf über die beschriebene Filmszene und findet solche Methoden mehr als fragwürdig. Die Hunde werden auf Vertrauen ausgebildet und keine körperliche Gewalt angewendet. Natürlich kann er nur für die "Allschwiler" sprechen.
Benutzeravatar
Nikita
 
Beiträge: 322
Registriert: Di 19. Okt 2010, 18:54
Wohnort: Röschenz
Infos:: Podenca Tweegy und Nikita aus Lanzarote, mit weiteren Fellnasen Mäx, Teddy der grosse Dieb, Duke der Herzensbrecher und die schnorchelnde Pumba

Re: Blindenführhund - Ausbildung?

Beitragvon Strauchdieb am Mo 14. Feb 2011, 00:41

Vielen, vielen Dank Euch beiden für die First Hand Informationen! Das hilft uns schon mal sehr weiter.
Benutzeravatar
Strauchdieb
 
Beiträge: 310
Registriert: Mi 17. Nov 2010, 19:04
Wohnort: Jestetten (D)

Re: Blindenführhund - Ausbildung?

Beitragvon Strauchdieb am Mo 14. Feb 2011, 16:03

*lol* Es wird jetzt, glaube ich, doch der Beef - mal abwarten, sie halten noch Rat.
Benutzeravatar
Strauchdieb
 
Beiträge: 310
Registriert: Mi 17. Nov 2010, 19:04
Wohnort: Jestetten (D)


Zurück zu Tierschutz allgemein

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

cron